Der letzte Abschied


Einen Menschen in den Tod gehen zu lassen ist schwer. Mehr noch, es scheint oftmals unmöglich. Und doch ist dieser letzte Abschied unvermeidlich, er gehört zum Leben wie das Leben selbst. Und die Angehörigen bleiben in ihrem Leben zurück und müssen mit dem Verlust weiterleben.

Der erste Schritt in dieses neue Leben ist ein bewusstes Gehenlassen des Verstorbenen. Die Trauerrede gibt dem Abschied Worte. Gemeinsam wird für die Trauerrede ein Bild des Verstorbenen entworfen. Wie hat er gelebt? Was hat er gemocht? Worüber hat er gelacht? Was hat ihn geärgert? Welche Lebenssituationen hat er gemeistert? Wie ist sein Leben zu Ende gegangen?

In den Gesprächen über den verstorbenen Menschen und später in der Trauerrede wird sein Bild wieder lebendig. In dem Bewusstsein, dass sein Leben beendet ist, wird er in der Trauerfeier noch einmal in den Kreis seiner Angehörigen zurück gerufen. Dann erst findet ein selbst gestaltetes Gehenlassen statt. Je nach Schwere der Betroffenheit ist dies vielleicht nur für einen kurzen Augenblick möglich. Dennoch ist dieser Moment ein wichtiger Ausgangspunkt für das eigene weiterleben Müssen.